Drohende Frühgeburt
Anzeichen für eine drohende Frühgeburt kann es viele geben. Nicht selten treten zu frühe Wehen auf, der Muttermund öffnet sich vor der Zeit oder ein Sprung in der Fruchtblase entsteht. Auch Infektionen im Bereich der Gebärmutter weisen auf eine drohende Frühgeburt hin.
Bei den ersten Anzeichen einer solchen sollte sofort ein Arzt hinzugezogen werden, der durch die Gabe von bestimmten Medikamenten und mechanische Eingriffe ein weiteres Öffnen des Muttermundes und Wehen unterdrücken kann. Zwar kommt es in solchen Fällen meist dennoch zu einer zu frühen Geburt, allerdings kann auf diese Art und Weise kostbare Zeit gewonnen werden.
Grundsätzlich ist jeder weitere Tag im Mutterleib natürlich ein Tag, an dem das Kind noch keinen Risiken ausgesetzt ist und somit sehr wichtig. Außerdem hat man durch eine Verzögerung der Entbindung auch die Möglichkeit die Lungenreife des ungeborenen Kindes durch besonderen Gaben von Kortisonen zu unterstützen, damit das Kind nach der Geburt sofort spontan atmen kann und nicht auf eine küsntliche Beatmung angewiesen ist, was die Chancen für das Leben des Kindes deutlich erhöht.
Ob und inwieweit es Sinn macht die Frühgeburt zu verhindern ist natürlich auch eine Frage, über die sich die Eltern im Klaren sein sollten. Sicherlich besteht bei einer extremen Frühgeburt auch die hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Kind nach wenigen Tagen sterben wird oder ein unwürdiges Leben an Maschinen vor sich hat, das vom Leiden geprägt ist. Eltern haben bei sehr frühen Geburten durchaus auch die Möglichkeit mit zu entscheiden, was geschehen soll. Sie werden gefragt, ob die Schwangerschaft aufrecht erhalten werden soll und entscheiden bei extrem Frühgeborenen Kindern auch zusammen mit den Ärzten, ob es Maßnahmen geben wird um das Leben des Kindes zu erhalten, oder ob man auf diese verzichtet.
Allgemein kann man diese Frage nicht beantworten und wir wollen dies hier auch in keinster Weise tun, denn alle Eltern sollten für sich entscheiden, wie mit einer solchen Situation umzugehen ist. Sicherlich stößt man im Falle, das man sich gegen das Leben entscheidet auch auf herbe Kritik. Allerdings muss man sich hierzu keineswegs rechtfertigen. Wenn Eltern ihrem Kind ein kurzes und leidvolles Leben ersparen wollen oder sich selbst diese emotionale Belastung nicht zutrauen ist dies ihr gutes Recht. Umgekehrt kann man Eltern keinen Vorwurf machen, die ihr Kind an Maschinen legen lassen, um alles zu versuchen das kleine Leben zu erhalten, denn auch ein schwaches Kind hat ein Recht auf ein Leben und wer versuchen will dieses Leben möglich zu machen, der sollte dies tun. Hoffnung besteht bekanntlich immer bis zuletzt und es gab durchaus auch schon Fälle, in denen Kinder ein normales Leben führen konnten, denen keiner mehr eine Chance gegeben hätte.
In jedem Fall kann man nicht zuhause selbst entscheiden, was man tut, sondern muss bei einer drohenden Frühgeburt mit dem Arzt sprechen, denn nur dieser ist in der Lage die richtige Behandlung zu entscheiden und festzustellen, wie die Chancen sind. Auch anhand der Schwangerschaftswoche kann man dies nur schwer sagen, denn manche Babys sind nach 32. Wochen auf einem Stand, mit dem man sie direkt nach hause schicken könnte, weil sie gesund sind, andere Kinder dieser SSW müssen an Maschinen am Leben erhalten werden und brauchen eine besondere künstliche Ernährung oder gar verschiedene Operationen.