Frühgeburtlichkeit bei Babys



Von einer Frühgeburt spricht man in der Medizin immer dann, wenn ein Kind vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche entbunden wird, aber auch dann, wenn es bei seiner Geburt unter einem Gewicht von 2500 Gramm liegt. Wirft man heute einen Blick in die Statistiken, dann macht es zunächst den Anschein, als wären Frühgeburten in den vergangenen Jahren angestiegen, allerdings ist dies eigentlich nicht wirklich der Fall. Vielmehr ist es heute einfach so, dass mehr Frühgeburten eine Chance haben zu überleben und deshalb auch mehr dieser besonderen Babys in den Statistiken erscheinen.

Tatsächlich kommen Frühgeburten sogar wesentlich öfter vor, als die meisten Menschen glauben, allerdings sind viele davon schon in einem recht guten Allgemeinzustand und ihre Gesundheit ist in Ordnung, so dass man ihnen im späteren Verlauf ihrer Entwicklung nicht mehr unbedingt anmerkt, dass sie einige Wochen zu früh geboren wurden. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen dies ganz anders ist.

Viele Frühgeborene Babys haben vor allem mit Problemen der Lungen und des Herzen zu kämpfen, nicht selten führen diese Probleme auch heute noch zu schweren Folgeerkrankungen oder sogar zum Tod des Babys, wenn die Reife noch zu gering war. Außerdem leiden viele Frühgeborene Kinder später unter Einschränkungen, sehen schlechter, haben Probleme mit dem Gehört oder leiden unter ADHS. Nicht selten handelt es sich bei frühgeborenen Kindern auch um solche, die körperlich oder geistig behindert sind, entweder aufgrund der frühen Geburt oder aufgrund des Mangels, dem sie direkt nach der Geburt zunächst einmal ausgesetzt sind.

Je nach Reifegrad und Gewicht eines Frühgeborenen Kindes muss dieses ganz unterschiedlich behandelt werden. Aufenthalte im Inkubator, der den Kreislauf des Babys mit regelt oder im Wärmebett sind dabei meist die Regel, doch oft ist es so, dass diese Behandlung alleine nicht ausreichend ist. Medikamente und Maschinen versuchen in der heutigen Zeit einen Zustand zu erzeugen, der dem Mutterleib nachempfunden sein soll, damit die Babys ihren Rückstand aufholen können, was aber  leider nicht immer gelingt.

Eltern von frühgeborenen Babys haben oftmals mit Problemen zu kämpfen, die ihnen die Elternschaft erst einmal sehr sauer machen können. Abgesehen von langen Aufenthalten in Kliniken und aufwändigen Behandlungen entwickeln sie oft eine sehr zögerliche Bindung zu ihrem Kind, aus Angst dieses schon bald wieder zu verlieren.

Ein frühgeborenes Kind braucht die Nähe der Eltern aber ganz besonders, es muss umsorgt und gepflegt werden, sollte Förderung erfahren und dabei dennoch nicht überfordert werden. Gerade wenn die Kinder später länger mit ihrer Entwicklung brauchen ist das für die Eltern nicht immer leicht zu verstehen und zu handhaben, jedoch müssen sie den besonderen Umgang mit ihrem Kind lernen, das viel Verständnis und Zeit braucht um sich in eine Welt einfinden zu können, die es viel zu früh betreten musste.

Viele Frühgeburten werden per Kaiserschnitt entbunden um so der Mutter und dem Kind die Geburt zu erleichtern. Wenn die Schwangerschaft allerdings schon dem Ende zuging und es aus medizinischer Hinsicht keine Bedenken gibt sollte man alles daran setzen eine Spontangeburt zumindest zu versuchen, denn auch wenn diese für beide anstrengender ist, ist sie doch eine Erfahrung, die das Verhältnis zwischen Mutter und Kind deutlich festigen kann und vor allem auch ein sehr positiver Stress, der dem Kind später einmal eine echte Hilfe sein kann, weil es wenigstens den normalen Eintritt in die Welt hatte.

Spontan geborene Frühgeburten entwickeln sich nicht selten schneller und besser als solche, die bei einem Kaiserschnitt geboren wurden.

Frühgeburt